Überblick
Die Anbieter-Art im Überblick:
Glasfaseranbieter sind entweder Netzbetreiber, die eigene Leitungen verlegen, oder Diensteanbieter, die Tarife auf fremden Netzen verkaufen. Auf Open-Access-Netzen können mehrere Marken dieselbe Faser nutzen. Der Ausbau beginnt meist mit einer Vorvermarktung: Der Betreiber sammelt Vorverträge und baut erst, wenn in der Regel 30 bis 40 % der Haushalte zusagen. Danach folgen Tiefbau, Hausstich, Montage im Keller und die Freischaltung des Tarifs.
Wichtig ist, wie weit die Faser reicht. Bei FTTH endet sie in der Wohnung, bei FTTB im Keller, von dort geht es über Kupfer weiter, bei FTTC nur bis zum Verteiler an der Straße. Laut Bundesnetzagentur hatten im Juni 2025 42,9 % der Haushalte Glasfaser bis ins Gebäude oder in die Wohnung. Von den Glasfaseranbietern in Vergleichsdatenbanken arbeitet die große Mehrheit regional.
Was der Anbieter leistet
Was ein guter Anbieter bietet:
Die Leistungen, die Sie von einem seriösen Anbieter erwarten dürfen.
- Sammelt in der Vorvermarktung Vorverträge und entscheidet über den Ausbau.
- Holt die Grundstückseigentümererklärung oder einen Gestattungsvertrag ein.
- Verlegt die Leitung von der Straße bis zum Hausübergabepunkt.
- Montiert im Gebäude das Glasfaser-Modem und verkabelt bei FTTH bis zur Wohnung.
- Schaltet den Tarif frei und nennt die Zugangsdaten für einen eigenen Router.
- Übernimmt auf Wunsch Kündigung und Rufnummernmitnahme beim alten Anbieter.
- Gibt die Leitung per Open Access für Tarife anderer Anbieter frei.
Gut zu wissen
Wann sich ein Anbieterwechsel lohnt
Der beste Zeitpunkt ist die Vorvermarktung. Wer dann einen Vorvertrag schließt, bekommt den Hausanschluss meist ohne Aufpreis. Prüfen Sie aber vorher Laufzeit und Preis nach dem Rabatt: Die Mindestlaufzeit beträgt meist 24 Monate; lesen Sie im Vertrag nach, ab welchem Tag sie zählt.
Liegt die Faser bereits in der Straße, fragen Sie nach den Kosten für einen nachträglichen Anschluss. Mieter brauchen für die Leitung ins Haus die Zustimmung des Eigentümers, den Tarif buchen sie selbst. Bei Streit mit dem Anbieter hilft die Schlichtungsstelle.
Kosten
Grundpreis, Arbeitspreis und typische Tarife
Glasfaseranbieter rechnen mit Monatspreisen, nicht nach Stunden. Laut einem Vergleichsportal lag der Effektivpreis über 24 Monate im September 2026 bei rund 45 Euro für 150 bis 250 Mbit/s, bei 50 Euro für 300 bis 500 Mbit/s und bei gut 73 Euro für ein Gigabit. Regionale Netzbetreiber bieten teils deutlich günstiger an.
Der Hausanschluss ist in der Vorvermarktung oft kostenlos. Wer ohne Nutzungsvertrag anschließen lässt, zahlt laut Verbraucherzentrale 500 bis 1.000 Euro; außerhalb eines Ausbaugebiets können es 3.000 Euro und mehr sein. Im Mehrfamilienhaus kann ein Glasfaserbereitstellungsentgelt von bis zu 5 Euro im Monat über fünf Jahre anfallen.
Tarifübersicht
Preise im Detail nach Tarifart
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Grundversorgung, Sonderkündigung, Neubauanschluss).
| Tarif / Leistung | Übliche Preisspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Glasfaser 150–250 Mbit/s | Ca. 45 €/Monat | Durchschnittlicher Effektivpreis über 24 Monate, regional ab etwa 20 Euro |
| Glasfaser 300–500 Mbit/s | Ca. 50 €/Monat | Durchschnittlicher Effektivpreis, günstigste Angebote meist regional |
| Glasfaser ab 1 Gbit/s | Ca. 73 €/Monat | Durchschnittlicher Effektivpreis, einzelne Aktionen deutlich darunter |
| Hausanschluss in der Vorvermarktung | Meist 0 € | In der Regel an einen Tarifvertrag gebunden |
| Hausanschluss ohne Nutzungsvertrag | 500–1.000 € | Laut Verbraucherzentrale, abhängig von Anbieter und Grundstück |
| Einzelanschluss außerhalb | Ab 3.000 € | Wenn keine Leitung in der Straße liegt |
| Glasfaserbereitstellungsentgelt | Bis 5 €/Monat | Nur im Mehrfamilienhaus, in der Regel fünf Jahre lang |
Tipps
Die Tipps von Brunolt vor der Unterschrift
🔌 Brunolt, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Anbieterwechsel gelingt. Wer ist Brunolt?
Vorvermarktung nutzen
Solange der Anbieter Vorverträge sammelt, ist der Hausanschluss oft kostenlos. Ein Nachbar von mir hat zu lange gezögert und später über tausend Euro für denselben Graben gezahlt.
Erklärung genau lesen
Die Grundstückseigentümererklärung erlaubt dem Anbieter, Ihr Grundstück zu nutzen. Ich lese vorher, wer Schäden am Garten beseitigt und ob später erneut gegraben werden darf.
FTTH oder FTTB fragen
Endet die Glasfaser im Keller, läuft der Rest über alte Kupferleitungen, und das kostet Tempo. Ich frage deshalb immer, ob die Faser bis in die Wohnung reicht.
Alten Vertrag behalten
Ich kündige meinen DSL-Vertrag erst, wenn der Glasfaseranschluss geschaltet ist. Bauzeiten ziehen sich, und ohne Netz zu sitzen ist wie ein Haus ohne Wasser.
Widerruf an der Tür
Vertreter klingeln im Ausbaugebiet gern. Lassen Sie sich den Ausweis zeigen und denken Sie daran: Ein Vertrag an der Haustür lässt sich 14 Tage lang widerrufen.
Upload vergleichen
Viele bundesweite Anbieter geben nur halb so viel Upload wie Download, regionale Netzbetreiber öfter gleich viel. Wer Fotos sichert oder im Homeoffice sitzt, merkt den Unterschied.
FAQ
Häufige Fragen
Was kostet ein Glasfaseranschluss für das eigene Haus?
Während der Vorvermarktung verlegen viele Anbieter den Hausanschluss kostenlos, wenn Sie einen Tarif buchen. Ohne Nutzungsvertrag nennt die Verbraucherzentrale 500 bis 1.000 Euro. Außerhalb eines Ausbaugebiets kann ein Einzelanschluss 3.000 Euro und mehr kosten. Fragen Sie schriftlich nach, ob Tiefbau auf Ihrem Grundstück und die Montage im Keller im Preis enthalten sind.
Was ist der Unterschied zwischen FTTH und FTTB?
Bei FTTH, Fiber to the Home, führt die Glasfaser bis in Ihre Wohnung. Bei FTTB, Fiber to the Building, endet sie im Keller, und das Signal läuft über die vorhandenen Kupferleitungen weiter, was Tempo kosten kann. FTTC bringt die Faser nur bis zum Verteilerkasten an der Straße; das ist technisch noch DSL. Fragen Sie vor der Buchung, welche Variante Sie bekommen.
Muss ich als Mieter den Vermieter fragen, bevor Glasfaser verlegt wird?
Ja, für die Leitung ins Gebäude braucht der Anbieter die Zustimmung des Eigentümers, meist über die Grundstückseigentümererklärung oder einen Gestattungsvertrag. Ihren Tarif schließen Sie als Mieter selbst ab. Im Mehrfamilienhaus kann zusätzlich ein Glasfaserbereitstellungsentgelt anfallen, nach Verbraucherzentrale bis zu 5 Euro im Monat für fünf Jahre, in Ausnahmefällen länger.
Wie lange dauert es vom Vertrag bis zum Glasfaseranschluss?
Das hängt vom Ausbaustand ab. Liegt die Faser schon im Haus, geht die Freischaltung deutlich schneller. In der Vorvermarktung vergehen vom Vorvertrag bis zum Anschluss nicht selten ein bis zwei Jahre, weil erst genug Haushalte zusagen und dann gebaut wird. Kündigen Sie Ihren alten Vertrag deshalb erst, wenn ein fester Schalttermin genannt ist.
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