Überblick
Die Anbieter-Art im Überblick:
Mobilfunkanbieter ist nicht gleich Mobilfunkanbieter. Vier Unternehmen betreiben in Deutschland eigene Netze: Telekom, Vodafone, Telefónica mit o2 und seit Dezember 2023 1&1. Daneben stehen Eigenmarken der Konzerne, Handelsmarken von Supermärkten und Drogerien sowie unabhängige Service-Provider. Sie alle mieten Kapazität in einem der Netze und verkaufen Tarife unter eigenem Namen. Laut Jahresbericht 2025 der Bundesnetzagentur liegen inzwischen 90 Prozent der aktiven SIM-Karten bei den Netzbetreibern.
Für Sie als Kunde gelten bei allen dieselben Regeln aus dem Telekommunikationsgesetz. Vor Vertragsschluss erhalten Sie eine Vertragszusammenfassung mit Preis, Laufzeit und Leistungen. Die Erstlaufzeit beträgt höchstens 24 Monate, ein Zwölf-Monats-Vertrag muss angeboten werden, und die Rufnummernmitnahme ist kostenlos. Einmal im Jahr informiert Sie der Anbieter über den für Sie günstigsten Tarif.
Was der Anbieter leistet
Was ein guter Anbieter bietet:
Die Leistungen, die Sie von einem seriösen Anbieter erwarten dürfen.
- Stellt Ihnen eine SIM-Karte oder eSIM samt Rufnummer bereit und schaltet sie frei.
- Nennt vor dem Abschluss in einer Vertragszusammenfassung Preis, Laufzeit, Datenvolumen und Geschwindigkeit.
- Bietet neben der Laufzeit von 24 Monaten auch einen Vertrag über höchstens zwölf Monate an.
- Überträgt Ihre Rufnummer beim Wechsel kostenlos und schaltet sie spätestens am folgenden Arbeitstag frei.
- Kündigt Preis- oder Vertragsänderungen vorab an und nennt Ihr Sonderkündigungsrecht.
- Informiert Sie einmal im Jahr über den für Ihre Nutzung günstigsten eigenen Tarif.
- Zahlt bei einem vollständigen Ausfall ab dem dritten Kalendertag eine Entschädigung.
Gut zu wissen
Wann sich ein Anbieterwechsel lohnt
Der Anbieter ist Ihr Ansprechpartner, sobald Sie einen neuen Vertrag abschließen, Ihr Datenvolumen dauerhaft nicht mehr passt oder Sie eine eSIM statt einer Karte möchten. Vor dem Abschluss lohnt eine Frage nach der Zwölf-Monats-Variante und nach dem Netz, in dem der Tarif läuft. Beim Wechsel beauftragen Sie den neuen Anbieter, der die Rufnummer beim alten anfordert.
Bei Störungen, fehlerhaften Rechnungen oder einer Preiserhöhung wenden Sie sich zuerst an den Kundenservice, am besten schriftlich. Bleibt die Antwort aus oder unbefriedigend, vermittelt die Schlichtungsstelle Telekommunikation der Bundesnetzagentur kostenlos. Für Funklöcher gibt es die App Mobilfunk-Check, mit der Sie Versorgungslücken melden können.
Kosten
Grundpreis, Arbeitspreis und typische Tarife
Stundensätze gibt es im Mobilfunk nicht, gezahlt wird ein Monatspreis. Eine Allnet-Flat mit fünf bis zehn Gigabyte gibt es ab etwa fünf bis acht Euro, 20 bis 40 GB ab rund zehn bis fünfzehn Euro. Unbegrenzte Tarife reichten im Vergleich der Stiftung Warentest von 9,99 bis 99,95 Euro. Tarife im Telekom-Netz liegen meist über denen bei o2 und Vodafone.
Einmalig verlangen viele Anbieter einen Anschlusspreis: bei den großen Netzbetreibern meist knapp 40 Euro, bei kleineren Marken oft 10 bis 20 Euro, in Aktionen nichts. Die Mitnahme der Rufnummer ist kostenlos. Eine Sperre wegen offener Rechnungen ist erst ab 100 Euro Rückstand und nach zwei Wochen schriftlicher Ankündigung zulässig.
Tarifübersicht
Preise im Detail nach Tarifart
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Grundversorgung, Sonderkündigung, Neubauanschluss).
| Tarif / Leistung | Übliche Preisspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Allnet-Flat mit 5–10 GB | Ab ca. 5–8 € pro Monat | Netz, Laufzeit und Höchstgeschwindigkeit bestimmen den Preis innerhalb der Spanne |
| Allnet-Flat mit 20–40 GB | Ab ca. 10–15 € pro Monat | Telekom-Netz meist teurer als o2 oder Vodafone, 5G nicht immer enthalten |
| Unbegrenztes Datenvolumen | 9,99–99,95 € pro Monat | Spanne im Vergleich der Stiftung Warentest, stark abhängig von der Geschwindigkeit |
| Anschlusspreis | 0–39,99 € einmalig | Große Netzbetreiber meist knapp 40 €, kleinere Marken 10 bis 20 € |
| Rufnummernmitnahme | 0 € | Entgelte seit Dezember 2026 gesetzlich ausgeschlossen, auch bei Geschäftskunden |
| Wechselbonus bei Portierung | 10–200 € einmalig | Häufig um 50 €, oft als Gutschrift verteilt über mehrere Rechnungen |
| Entschädigung bei Totalausfall | 5–10 € pro Tag, mindestens | Ab dem dritten Kalendertag 10 %, ab dem fünften 20 % des Monatsentgelts |
Tipps
Die Tipps von Brunolt vor der Unterschrift
🔌 Brunolt, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Anbieterwechsel gelingt. Wer ist Brunolt?
Netz hinter der Marke finden
Auf der SIM steht selten, wessen Masten Sie nutzen. Ich schaue deshalb zuerst in die Vertragszusammenfassung: Dort steht das Netz, und nach dem Netz richtet sich der Empfang.
Discounter nicht unterschätzen
Ein Discounter funkt über dieselben Antennen wie der Netzbetreiber. Ich vergleiche deshalb nicht den Namen, sondern Höchstgeschwindigkeit, 5G-Zugang und das Datenvolumen im EU-Ausland.
Zwölf Monate verlangen
Jeder Anbieter muss neben dem Zwei-Jahres-Vertrag auch eine Variante mit zwölf Monaten anbieten. Ich frage danach, bevor ich mich zwei Jahre an einen Tarif kette.
Rechnung zeitnah prüfen
Einwände gegen eine Rechnung haben acht Wochen Zeit. Ich lese jede Abrechnung kurz quer, denn eine falsch gebuchte Drittanbieter-Leistung fällt sonst erst Monate später auf.
Ausfall dokumentieren
Fällt der Dienst komplett aus, notiere ich Datum und Uhrzeit der Störungsmeldung. Ab dem dritten Kalendertag steht Ihnen eine Entschädigung zu, und die beginnt mit dieser Meldung.
Schlichtung als letzte Stufe
Bevor ich die Schlichtungsstelle Telekommunikation anrufe, schreibe ich dem Anbieter selbst und setze eine Frist. Ohne diesen eigenen Einigungsversuch nimmt die Stelle den Fall nicht an.
FAQ
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Netzbetreiber und Discounter?
Ein Netzbetreiber besitzt eigene Antennen und Frequenzen; in Deutschland sind das Telekom, Vodafone, o2 und 1&1. Discounter und Service-Provider mieten Kapazität in einem dieser Netze. Der Empfang ist daher an derselben Stelle gleich. Unterschiede liegen in der Tarifausstattung: Höchstgeschwindigkeit, 5G-Zugang, Volumen im EU-Ausland und Service. Welches Netz ein Tarif nutzt, steht in der Vertragszusammenfassung.
Welche Kündigungsfrist gilt bei Mobilfunkanbietern?
Die Erstlaufzeit darf nach § 56 TKG höchstens 24 Monate betragen. Zum Ende dieser Laufzeit gilt bei Verträgen seit März 2022 höchstens ein Monat Kündigungsfrist, bei älteren können es drei Monate sein. Verlängert sich der Vertrag stillschweigend, ist er danach jederzeit mit einem Monat Frist kündbar. Kündigen können Sie über den Kündigungsbutton auf der Website des Anbieters.
Welche Stelle hilft bei Streit mit dem Mobilfunkanbieter?
Zuständig ist die Schlichtungsstelle Telekommunikation der Bundesnetzagentur nach § 68 TKG. Das Verfahren ist für Sie kostenlos und läuft online oder per Post. Voraussetzung ist ein Vertrag mit dem Anbieter und ein eigener, erfolgloser Einigungsversuch. Beraten lassen können Sie sich außerdem bei der Verbraucherzentrale. Siegel oder Zertifikate sagen über die Tarifqualität eines Anbieters wenig aus.
Bekomme ich Geld zurück, wenn das Netz ausfällt?
Bei einem vollständigen Ausfall muss der Anbieter die Störung beheben. Ab dem dritten Kalendertag stehen Ihnen 10 Prozent des Monatsentgelts zu, mindestens 5 Euro pro Tag, ab dem fünften Tag 20 Prozent, mindestens 10 Euro. Bei dauerhaft schwacher Leistung hilft seit 2026 das Nachweisverfahren Mobilfunk der Bundesnetzagentur, eine Minderung zu belegen.
Weiterlesen