Überblick
Handytarif vergleichen: Worauf es wirklich ankommt
Wer einen Handytarif vergleicht, stellt eigentlich drei Fragen: Wie viel Datenvolumen brauche ich, in welchem Netz habe ich zuverlässig Empfang, und was kostet mich das über die gesamte Laufzeit? Der Durchschnitt lag 2025 laut Bundesnetzagentur bei 8,4 GB pro SIM-Karte und Monat, der eigene Wert kann aber weit darüber oder darunter liegen.
Das Netz ist bei vielen Marken dasselbe: Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 betreiben eigene Netze, fast alle anderen Anbieter mieten sich dort ein. Unterschiede liegen deshalb oft in der Ausstattung des Tarifs, also in 5G-Zugang, Höchstgeschwindigkeit und Datenvolumen im EU-Ausland. Wer nur Grundpreise nebeneinanderlegt, übersieht genau diese Punkte.
Ablauf
Handytarife vergleichen in vier Schritten
Am Anfang steht Ihr Verbrauch. Lesen Sie in den Einstellungen des Smartphones oder in der App Ihres Anbieters ab, wie viel Datenvolumen Sie in den letzten Monaten genutzt haben, und wie viele Minuten Sie telefonieren. Die Bundesnetzagentur nennt für 2025 im Schnitt 102 Minuten pro Monat. Wer viel streamt, unterwegs arbeitet oder einen Hotspot nutzt, landet schnell bei 20 GB und mehr. Wer vor allem Nachrichten schreibt und im WLAN surft, kommt mit fünf bis zehn Gigabyte gut aus. Streaming in geringerer Bildqualität senkt den Verbrauch spürbar.
Im zweiten Schritt klären Sie das Netz. Die Mobilfunk-Monitoring-Karte der Bundesnetzagentur zeigt, welches Netz an Ihrer Adresse und auf Ihren üblichen Wegen versorgt, allerdings als Prognose und nur im Freien. Welches Netz ein Tarif nutzt, steht in der Vertragszusammenfassung. Im Zweifel testen Sie mit einer günstigen Prepaid-Karte ein paar Tage lang, bevor Sie sich binden. Achten Sie dabei auf die Räume, in denen Sie wirklich telefonieren: Keller, Altbauwände und Dachschrägen dämpfen das Signal. Funklöcher, die Ihnen auffallen, können Sie mit der App Mobilfunk-Check an die Bundesnetzagentur melden.
Danach vergleichen Sie Tarife mit gleichem Volumen und gleichem Netz. Rechnen Sie Monatspreise, Anschlusspreis und einen möglichen Bonus über die gesamte Laufzeit zusammen und achten Sie darauf, ob pro Monat oder pro vier Wochen abgerechnet wird. Prüfen Sie auch, ob ein Aktionspreis nach einigen Monaten steigt. Zum Schluss wägen Sie Laufzeit ab: 24 Monate sind oft günstiger, monatlich kündbare Tarife lassen Ihnen dafür jederzeit den Wechsel offen.
Kosten
Was ein Handytarif heute kostet
Eine Allnet-Flat mit fünf bis zehn Gigabyte gibt es ab etwa fünf bis acht Euro im Monat, 20 bis 40 GB ab rund zehn bis fünfzehn Euro. Tarife im Telekom-Netz liegen meist darüber, bei o2 und Vodafone ist die Auswahl günstiger Angebote größer. Unbegrenztes Datenvolumen reichte im Test der Stiftung Warentest von 9,99 bis 99,95 Euro, bei Geschwindigkeiten von 5 bis 300 Mbit/s.
Hinzu kommt häufig ein Anschlusspreis: Die großen Netzbetreiber verlangen meist knapp 40 Euro, kleinere Marken 10 bis 20 Euro, in Aktionen entfällt er. Wird alle vier Wochen abgerechnet, zahlen Sie dreizehnmal im Jahr, laut Verbraucherzentrale rund acht Prozent mehr als bei gleichem Monatspreis. Auch im EU-Ausland gilt: Unbegrenzt ist dort kein Tarif.
Tarifübersicht
Preise im Detail nach Tarifart
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Grundversorgung, Sonderkündigung, Neubauanschluss).
| Tarif / Leistung | Übliche Preisspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Allnet-Flat mit 5–10 GB | Ab ca. 5–8 € pro Monat | Genug für Nachrichten und Surfen, wenn zu Hause WLAN genutzt wird |
| Allnet-Flat mit 20–40 GB | Ab ca. 10–15 € pro Monat | Netz, 5G-Zugang und Höchstgeschwindigkeit bestimmen die Lage in der Spanne |
| Unbegrenztes Datenvolumen | 9,99–99,95 € pro Monat | Spanne im Test der Stiftung Warentest, Tempo von 5 bis 300 Mbit/s |
| Anschlusspreis | 0–39,99 € einmalig | Große Netzbetreiber meist knapp 40 €, in Aktionen häufig erlassen |
| Aufschlag bei 4-Wochen-Abrechnung | Ca. 8 % pro Jahr | Dreizehn statt zwölf Zahlungen bei gleichem ausgewiesenem Preis |
| Rufnummernmitnahme | 0 € | Entgelte seit Dezember 2026 gesetzlich ausgeschlossen |
| Wechselbonus | 10–200 € einmalig | Meist an die Portierung Ihrer Nummer gebunden, oft als Gutschrift |
Gut zu wissen
Wann Sie Ihren Handytarif vergleichen sollten
Der beste Zeitpunkt liegt zwei bis drei Monate vor dem Ende der Mindestlaufzeit. Dann bleibt genug Zeit zum Vergleichen, und die Kündigung erreicht den Anbieter sicher vor Ablauf der Frist, die bei Verträgen seit März 2022 höchstens einen Monat beträgt. Ist die Laufzeit schon vorbei, können Sie jederzeit mit einem Monat Frist kündigen. Bei Altverträgen von vor März 2022 können noch drei Monate gelten; ein Blick in die Vertragsunterlagen klärt das.
Ein Vergleich lohnt sich auch mitten in der Laufzeit, wenn der Anbieter die Preise erhöht: Nach § 57 TKG dürfen Sie dann innerhalb von drei Monaten ohne Frist und Kosten kündigen. Ebenso, wenn Ihr Volumen regelmäßig vor Monatsende leer ist oder zur Hälfte verfällt. Einmal im Jahr muss Ihr Anbieter Sie außerdem über seinen für Sie günstigsten Tarif informieren. Nehmen Sie diese Mitteilung als Anlass, den Markt einmal quer zu vergleichen.
Tipps
Die Tipps von Brunolt vor der Unterschrift
🔌 Brunolt, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Anbieterwechsel gelingt. Wer ist Brunolt?
Erst den Verbrauch ablesen
Ich öffne zuerst die Datennutzung im Handy oder in der App des Anbieters und schaue mir drei Monate an. Wer im Schnitt acht Gigabyte braucht, zahlt für fünfzig schlicht zu viel.
Monat oder vier Wochen
Steht beim Preis „pro 4 Wochen“, rechne ich mit dreizehn Zahlungen im Jahr. Das macht rund acht Prozent Aufschlag, und plötzlich ist der Schnäppchentarif nur noch Durchschnitt.
Laufzeit komplett rechnen
Ich addiere Monatspreise, Anschlusspreis und ziehe den Bonus ab, und zwar für die ganze Laufzeit. Erst diese Summe geteilt durch die Monate zeigt, was der Tarif wirklich kostet.
Netz am Wohnort prüfen
Ein Tarif ist nur so gut wie der Empfang in Ihrer Küche. Ich prüfe Wohnung und Arbeitsweg auf der Mobilfunk-Monitoring-Karte der Bundesnetzagentur, bevor ich den Preis überhaupt ansehe.
Tempo nicht vergessen
Zwei Tarife mit gleichem Volumen können sich wie Fahrrad und Auto unterscheiden. Ich schaue auf die Höchstgeschwindigkeit in Mbit/s und darauf, ob 5G tatsächlich enthalten ist.
Datenautomatik abschalten
Bei Prepaid-Tarifen suche ich nach einer Datenautomatik, die nachbucht, sobald das Volumen leer ist. Ich wähle lieber einen Tarif ohne sie und buche bei Bedarf selbst nach.
FAQ
Häufige Fragen
Wie viel Datenvolumen brauche ich im Monat?
Im Durchschnitt wurden 2025 laut Bundesnetzagentur 8,4 GB pro SIM-Karte und Monat verbraucht. Ihr eigener Wert steht in den Einstellungen des Smartphones unter mobile Daten. Wer im WLAN surft und vor allem Nachrichten schreibt, kommt mit fünf bis zehn Gigabyte aus. Wer unterwegs streamt, mobil arbeitet oder einen Hotspot nutzt, sollte eher 20 bis 50 GB einplanen.
Was ist der Unterschied zwischen Monats- und 4-Wochen-Abrechnung?
Ein Jahr hat gut 52 Wochen, also dreizehn Abrechnungszeiträume zu vier Wochen statt zwölf Monate. Bei gleichem ausgewiesenem Preis zahlen Sie damit rund acht Prozent mehr im Jahr. Dafür erhalten Sie auch dreizehnmal neues Datenvolumen. Rechnen Sie beim Vergleich den Vier-Wochen-Preis auf den Monat um, indem Sie ihn mit 13 multiplizieren und durch 12 teilen.
Sind Discounter-Tarife schlechter als Tarife der Netzbetreiber?
Nicht beim Empfang: Discounter funken über die Antennen der vier Netzbetreiber, an derselben Stelle ist das Signal also gleich. Unterschiede gibt es bei der Ausstattung, etwa bei der Höchstgeschwindigkeit, beim 5G-Zugang und beim Datenvolumen im EU-Ausland, manchmal auch beim Service. Welches Netz ein Tarif nutzt, steht in der Vertragszusammenfassung, die Sie vor dem Abschluss erhalten.
Lohnt sich ein Vertrag mit 24 Monaten Laufzeit?
Laufzeitverträge sind oft etwas günstiger, binden Sie aber bis zu zwei Jahre. Monatlich kündbare Tarife kosten manchmal mehr, lassen Ihnen dafür jeden Preissturz offen, und die Preise sind in den vergangenen Jahren deutlich gefallen. Jeder Anbieter muss zudem eine Variante mit höchstens zwölf Monaten anbieten. Rechnen Sie beide über die Laufzeit samt Anschlusspreis durch, bevor Sie entscheiden.
Welches Netz ist für mich das richtige?
Das entscheidet Ihr Alltag, nicht die Werbung. Prüfen Sie Wohnung, Arbeitsplatz und häufige Strecken auf der Mobilfunk-Monitoring-Karte der Bundesnetzagentur, die die Versorgung im Raster von 100 mal 100 Metern zeigt, allerdings nur im Freien. Innen kann der Empfang schwächer sein. Fragen Sie Nachbarn nach ihren Erfahrungen oder testen Sie einige Tage mit einer Prepaid-Karte.
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