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Strom · Ökostrom mit Wirkung

Ökostromanbieter vergleichen: echten Ökostrom vom Etikett unterscheiden

Rund 800 Lieferanten bieten in Deutschland Ökostrom an, doch nicht jeder Tarif bewegt etwas. Hier lesen Sie, nach welchen Kriterien Sie Ökostromanbieter vergleichen, welche Siegel Verbraucherschützer empfehlen, wo Sie die Herkunft nachlesen und warum der Preis oft kaum abweicht.

Thema: Strom

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Ca. 800Lieferanten mit Ökotarif Laut Umweltbundesamt
12Labels untersucht Verbraucherzentrale Niedersachsen, 2016
2Empfohlene Labels Grüner Strom und ok-power
Ca. 30 € im JahrFörderbeitrag Durchschnittshaushalt, bei Label

Überblick

Was Ökostromanbieter vergleichen bedeutet

Ökostrom ist kein geschützter Begriff. Jeder Lieferant kann einen Tarif so nennen, wenn er für die verkaufte Menge Herkunftsnachweise im Register des Umweltbundesamts entwertet. Diese Nachweise stammen oft aus bestehenden Wasserkraftwerken im Ausland und kosten laut Verbraucherzentrale nur einen Bruchteil eines Cents je Kilowattstunde.

Beim Vergleich geht es deshalb um mehr als den Preis. Sie prüfen, ob der Tarif ein unabhängiges Label mit Förderbeitrag trägt, wie der gesamte Energieträgermix des Unternehmens aussieht und ob es Beteiligungen an Kohle- oder Atomkraftwerken gibt. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich, zu einem Anbieter zu wechseln, der insgesamt viel erneuerbaren Strom anbietet.

Ablauf

Ökostromanbieter vergleichen: Kriterien Schritt für Schritt

Beginnen Sie mit dem Label. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat zwölf Ökostromlabels untersucht und nur das Grüner Strom Label als sehr empfehlenswert eingestuft, ok-power als empfehlenswert. Sieben Labels boten keinen erkennbaren ökologischen Mehrwert. Das Umweltbundesamt nennt ebenfalls diese beiden, weil sie den Bau neuer Anlagen fördern. TÜV-Siegel knüpfen die Vergabe an weniger strenge Bedingungen. Wichtig: Das Grüner Strom Label gilt für einzelne Tarife, nicht für ganze Unternehmen. Suchen Sie also Ihren konkreten Tarif in der Liste des Labelträgers.

Im zweiten Schritt lesen Sie die Stromkennzeichnung, die jeder Lieferant auf Rechnung und Website veröffentlichen muss. Sie zeigt den Energieträgermix des Unternehmens, die CO2-Emissionen und seit November 2023 auch die Herkunftsländer der Nachweise. Achten Sie außerdem auf die Eigentümer: Beide empfohlenen Labels schließen Anbieter mit wesentlichen Beteiligungen an Atom-, Braunkohle- oder neuen Steinkohlekraftwerken aus. Einen Anbieter, der fast nur erneuerbaren Strom verkauft, erkennt man dort auf einen Blick.

Erst dann kommt der Preisvergleich mit denselben Regeln wie bei jedem Stromtarif: Postleitzahl und echter Jahresverbrauch, Bonus ausblenden, Laufzeit um zwölf Monate, eine Preisgarantie, die auch die Netzentgelte umfasst, und zwölf monatliche Abschläge ohne Vorkasse. Fragen Sie nach dem Förderbeitrag je Kilowattstunde; Anbieter mit Label beziffern ihn offen. Legen Sie zwei oder drei Kandidaten nebeneinander, rechnen Sie die Jahreskosten mit Ihrem Verbrauch und sichern Sie die Tarifseite vor dem Abschluss als Screenshot. Bei Verträgen im Internet haben Sie danach 14 Tage Widerrufsrecht.

Kosten

Was ein Ökostromtarif im Vergleich kostet

Ökostrom ist meist kaum teurer als konventioneller Strom. Die Verbraucherzentrale erklärt das mit dem Überangebot an günstigen europäischen Herkunftsnachweisen. Der BDEW nennt für 2026 einen durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37,0 ct/kWh, günstige Ökotarife für Neukunden liegen je nach Ort um 30 ct/kWh. Entscheidend ist wie immer der Preis an Ihrer Adresse.

Tarife mit Grüner Strom Label oder ok-power enthalten einen festen Förderbeitrag für neue Anlagen oder Energiewende-Projekte. Laut Verbraucherzentrale sind das höchstens etwa ein Cent je Kilowattstunde, für einen Durchschnittshaushalt rund 30 Euro im Jahr. Wer aus der Grundversorgung wechselt, zahlt trotzdem meist weniger als vorher.

Tarifübersicht

Preise im Detail nach Tarifart

Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Grundversorgung, Sonderkündigung, Neubauanschluss).

Tarif / LeistungÜbliche PreisspanneWas Sie wissen sollten
Haushaltsstrom im Schnitt 2026 37,0 ct/kWh BDEW-Mittelwert über alle Tarife, Öko und konventionell
Günstige Ökotarife für Neukunden Um 30 ct/kWh Je nach Postleitzahl, Laufzeit und Preisgarantie
Grundpreis Ca. 10–18 €/Monat Verbrauchsunabhängig, wie bei jedem Stromtarif
Förderbeitrag bei Tarifen mit Label Bis ca. 1 ct/kWh Fließt in neue Anlagen oder Projekte
Förderbeitrag pro Jahr Ca. 30 € Für einen Durchschnittshaushalt, laut Verbraucherzentrale
Herkunftsnachweis < 1 ct/kWh Bruchteil eines Cents, meist aus dem Ausland
Wechsel vom Grundversorger zum Ökotarif 0 € Wechselkosten Zwei Wochen Frist; Grundversorgung im Schnitt rund 43 ct/kWh

Gut zu wissen

Wann sollte man Ökostromanbieter vergleichen?

Der beste Moment ist das Ende Ihrer Erstlaufzeit, denn dann können Sie ohne Kosten und mit höchstens einem Monat Frist wechseln. Wer in der Grundversorgung steckt, kann jederzeit mit zwei Wochen Frist gehen und tut dem Klima und dem Konto zugleich etwas Gutes. Kündigt Ihr Anbieter eine Preiserhöhung an, dürfen Sie zum Tag der Änderung ohne Frist kündigen; nutzen Sie die Zeit bis dahin für den Vergleich.

Auch wer schon einen Ökotarif hat, sollte gelegentlich nachsehen. Hat Ihr bisheriger Versorger einfach einen grünen Tarif ohne Label aufgelegt, finanziert Ihr Aufpreis womöglich nur Nachweise aus alten Kraftwerken. Ein Blick in die Stromkennzeichnung und die Label-Listen zeigt schnell, ob ein Wechsel zu einem Anbieter mit echter Förderung lohnt. Einen ersten Hinweis liefert jede Jahresrechnung, auf der seit November 2023 die Herkunftsländer der Nachweise stehen.

Tipps

Die Tipps von Brunolt vor der Unterschrift

🔌 Brunolt, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Anbieterwechsel gelingt. Wer ist Brunolt?

Öko ist kein Schutzbegriff

Das Wort Öko darf jeder auf seinen Tarif schreiben. Ich vergleiche deshalb nie Etiketten, sondern schaue auf Label, Stromkennzeichnung und die Eigentümer des Anbieters.

🔌 BrunoltOffizielles Maskottchen

Gesamtmix ansehen

Ich lese die Stromkennzeichnung des ganzen Unternehmens. Verkauft ein Anbieter überwiegend Kohlestrom und daneben einen grünen Tarif, ist das für mich Deko auf der Torte.

🔌 BrunoltOffizielles Maskottchen

Label auf der Label-Website prüfen

Ein Logo auf der Anbieterseite reicht mir nicht. Ich suche den konkreten Tarif in der Liste des Labelträgers, bei Grüner Strom und ok-power ist das öffentlich einsehbar.

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Herkunftsländer auf der Rechnung

Seit November 2023 stehen die Herkunftsländer der Nachweise auf der Rechnung. Ich lese nach und frage beim Anbieter, wenn dort nur ein fernes Wasserkraftwerk auftaucht.

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Gleiche Regeln wie bei jedem Tarif

Auch beim Ökostrom blende ich den Bonus aus, wähle etwa zwölf Monate Laufzeit mit Preisgarantie und zahle monatlich. Grün darf nicht heißen, dass ich Vorkasse leiste.

🔌 BrunoltOffizielles Maskottchen

Förderbeitrag nachfragen

Ich frage, wie viel Cent je Kilowattstunde in neue Anlagen fließen. Ein seriöser Anbieter nennt die Zahl sofort, ein schwammiger redet lieber über grüne Wiesen.

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FAQ

Häufige Fragen

Woran erkenne ich beim Vergleich einen echten Ökostromanbieter und nicht nur ein grünes Etikett?

An drei Punkten: einem unabhängigen Label mit Förderbeitrag wie Grüner Strom oder ok-power, einer Stromkennzeichnung, die für das ganze Unternehmen einen hohen Anteil erneuerbarer Energie zeigt, und Eigentümern ohne wesentliche Beteiligungen an Kohle- oder Atomkraftwerken. Das Umweltbundesamt rät, auf das Gesamtangebot zu schauen, nicht nur auf den einzelnen Tarif.

Welche Ökostrom-Siegel empfehlen Verbraucherschützer beim Anbietervergleich?

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat zwölf Labels untersucht: Das Grüner Strom Label erhielt die Bewertung sehr empfehlenswert, ok-power empfehlenswert. Sieben Labels boten keinen erkennbaren ökologischen Mehrwert. Auch das Umweltbundesamt nennt diese beiden Labels, weil sie Neuanlagen fördern. TÜV-Siegel knüpfen die Vergabe an weniger strenge Bedingungen. Achten Sie darauf, dass das Label für Ihren konkreten Tarif gilt.

Ist Ökostrom im Vergleich teurer als konventioneller Strom?

Meist nur wenig oder gar nicht. Herkunftsnachweise kosten laut Verbraucherzentrale nur einen Bruchteil eines Cents je Kilowattstunde. Tarife mit anerkanntem Label legen einen Förderbeitrag von höchstens etwa einem Cent drauf, rund 30 Euro im Jahr für einen Durchschnittshaushalt. Wer aus der Grundversorgung kommt, spart oft sogar deutlich. Vergleichen Sie immer ohne Bonus.

Reicht es, beim bisherigen Anbieter in den Ökotarif zu wechseln?

Für die Bilanz Ihres Haushalts ja, für die Energiewende oft nicht. Das Umweltbundesamt rät, zu einem Lieferanten zu wechseln, der insgesamt viel erneuerbaren Strom anbietet. Ein Ökotarif ohne Label beim Kohlekonzern bezahlt meist nur Nachweise bestehender Anlagen. Prüfen Sie die Stromkennzeichnung Ihres Anbieters, bevor Sie sich entscheiden. Ein Wechsel kostet Sie nichts.

Welche Vertragsbedingungen sollte ein guter Ökostromtarif haben?

Dieselben wie jeder faire Stromtarif: rund zwölf Monate Laufzeit, eine Preisgarantie, die auch Netzentgelte umfasst, zwölf monatliche Abschläge und keine Vorkasse. Ok-power schreibt Verbraucherschutzregeln wie den Verzicht auf Vorkasse und überlange Laufzeiten sogar in seine Kriterien. Blenden Sie im Vergleich den Bonus aus. Der Wechsel selbst ist kostenlos.

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