Überblick
Was es bedeutet, den Ökostromtarif zu wechseln
Es gibt zwei Wege zu Ökostrom. Entweder Sie bleiben bei Ihrem Versorger und wechseln dort in einen grünen Tarif; dann ändert sich nur Ihr Vertrag, meist mit neuer Laufzeit. Oder Sie wechseln zu einem anderen Lieferanten mit Ökostromangebot; dann läuft ein normaler Lieferantenwechsel über den Netzbetreiber, und Ihr alter Vertrag wird gekündigt.
Das Umweltbundesamt empfiehlt den zweiten Weg, wenn Ihr bisheriger Versorger überwiegend fossilen Strom verkauft. Der Grund: Ein Tarif mit bloßem Herkunftsnachweis ändert am Kraftwerkspark nichts. Mehr Wirkung haben Anbieter, die insgesamt viel erneuerbaren Strom liefern, und Tarife mit Grüner Strom Label oder ok-power, die den Bau neuer Anlagen fördern.
Ablauf
Ökostromtarif wechseln: Unterlagen, Antrag, Stichtag
Legen Sie Ihre letzte Jahresrechnung bereit. Die Verbraucherzentrale nennt als nötige Angaben den bisherigen Lieferanten und Netzbetreiber, Ihre Zählernummer, Ihre Kundennummer und den letzten Jahresverbrauch. Auf der Rechnung steht meist auch der nächstmögliche Kündigungstermin. Mit Postleitzahl und Verbrauch vergleichen Sie dann Ökotarife, am besten ohne eingerechneten Bonus. Prüfen Sie bei den Kandidaten Label, Stromkennzeichnung und Vertragsbedingungen, bevor Sie sich festlegen, und sichern Sie die Tarifseite als Screenshot.
Beim Abschluss geben Sie Ihre Daten ein, wählen die Zahlungsweise und erteilen dem neuen Anbieter eine Vollmacht, Ihren alten Vertrag zu kündigen. Er meldet Sie beim Netzbetreiber an und muss Ihnen nach § 20a EnWG unverzüglich in Textform bestätigen, ab wann er liefert. Der technische Wechsel selbst ist beim Strom seit Juni 2025 werktags binnen 24 Stunden möglich. Vergleichen Sie diese Bestätigung mit Ihrem Screenshot; bei Verträgen im Internet haben Sie 14 Tage Widerrufsrecht, falls etwas nicht stimmt.
Am Stichtag lesen Sie den Zähler ab und melden den Stand an Netzbetreiber, alten und neuen Anbieter. Der alte Anbieter muss die Schlussrechnung spätestens sechs Wochen nach Lieferende schicken, ein Guthaben binnen zwei Wochen auszahlen. Sollte beim neuen Anbieter etwas schiefgehen, beliefert Sie der Grundversorger weiter, ganz ohne Technikereinsatz. Heben Sie Bestätigung, Zählerfoto und Schlussrechnung auf, bis alles abgerechnet ist.
Kosten
Was ein Wechsel zum Ökostromtarif kostet und wie sich der Preis zusammensetzt
Der Wechsel selbst ist kostenlos, § 20a EnWG verbietet zusätzliche Kosten. Laufend zahlen Sie Arbeitspreis und Grundpreis des neuen Tarifs. Der BDEW nennt für 2026 einen durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37,0 ct/kWh; Neukundentarife lagen im September 2026 laut Vergleichsdaten im Schnitt bei rund 30 ct/kWh, und viele Ökotarife bewegen sich in diesem Bereich.
Der Unterschied zum konventionellen Tarif ist meist klein. Herkunftsnachweise kosten laut Verbraucherzentrale nur einen Bruchteil eines Cents je Kilowattstunde. Tarife mit anerkanntem Label enthalten einen Förderbeitrag von höchstens etwa einem Cent, für einen Durchschnittshaushalt rund 30 Euro im Jahr. Unser Angebotsformular ist kostenlos und unverbindlich.
Tarifübersicht
Preise im Detail nach Tarifart
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Grundversorgung, Sonderkündigung, Neubauanschluss).
| Tarif / Leistung | Übliche Preisspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Wechsel zu einem Ökostromanbieter | 0 € Wechselkosten | Zusatzkosten beim Lieferantenwechsel sind nach § 20a EnWG ausgeschlossen. |
| Haushaltsstrom im Schnitt 2026 | 37,0 ct/kWh | BDEW-Mittelwert über alle Tarife, Öko und konventionell zusammen. |
| Arbeitspreis Neukundentarife | Rund 30 ct/kWh | Durchschnitt September 2026; viele Ökotarife liegen in diesem Bereich. |
| Förderbeitrag bei Tarifen mit Label | Bis ca. 1 ct/kWh | Fließt bei Grüner Strom Label und ok-power in neue Anlagen oder Projekte. |
| Grundpreis | Ca. 10–18 €/Monat | Bei günstigen Tarifen, unabhängig vom Verbrauch und von der Stromart. |
| Arbeitspreis Grundversorgung | Rund 43 ct/kWh | Durchschnitt September 2026; wer von hier wechselt, spart meist trotz Ökotarif. |
| Guthaben aus Schlussrechnung | Auszahlung binnen 2 Wochen | Schlussrechnung spätestens sechs Wochen nach Lieferende, § 40c EnWG. |
Gut zu wissen
Wann sich der Wechsel zum Ökostromtarif lohnt und wann Sie warten sollten
Ideal ist der Wechsel zum Ende Ihrer Erstlaufzeit oder nach einer Preiserhöhung, zu deren Wirksamwerden Sie ohne Frist kündigen dürfen. Wer noch in der Grundversorgung ist, kann jederzeit mit zwei Wochen Frist wechseln und spart dabei oft Geld, denn die Grundversorgung lag im September 2026 im Schnitt bei knapp 43 ct/kWh. Eine Preiserhöhung muss Ihnen Ihr Anbieter als Haushaltskunde mindestens einen Monat vorher mitteilen, das lässt genug Zeit, um Ökotarife in Ruhe zu vergleichen.
Warten sollten Sie, wenn Ihr jetziger Vertrag noch länger läuft und eine günstige Preisgarantie hat: Eine Kündigung vor Ablauf ist ohne Sonderkündigungsrecht nicht möglich. Tragen Sie sich stattdessen den Kündigungstermin ein und vergleichen Sie rund sechs Wochen vorher. Vorsicht bei auffällig billigen Angeboten, Vorkasse und Strompaketen, davor warnt die Verbraucherzentrale ausdrücklich. Ein Blick in die Stromkennzeichnung Ihres Wunschanbieters gehört vorher dazu.
Tipps
Die Tipps von Brunolt vor der Unterschrift
🔌 Brunolt, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise, damit Ihr Anbieterwechsel gelingt. Wer ist Brunolt?
Rechnung als Spickzettel
Vor dem Wechsel lege ich meine letzte Jahresrechnung neben die Tastatur. Zählernummer, Kundennummer, Verbrauch und Kündigungstermin stehen dort alle, wie auf einem Spickzettel.
Neuer Anbieter statt neuer Anstrich
Wechsle ich nur beim alten Versorger in den grünen Tarif, bleibt sein Kraftwerkspark derselbe. Ich prüfe deshalb erst, ob ein Anbieter mit Label mehr bewirkt.
Keine Vorkasse
Ein Ökotarif mit Vorkasse oder Strompaket kommt mir nicht ins Haus. Geht der Anbieter pleite, ist das vorausgezahlte Geld schnell weg, warnt die Verbraucherzentrale.
Laufzeit kurz halten
Ich wähle höchstens ein Jahr Laufzeit und höchstens einen Monat Kündigungsfrist. So bleibe ich beweglich, falls der Anbieter seine grünen Versprechen nicht hält.
Wechseltermin bestätigen lassen
Der neue Anbieter muss mir in Textform bestätigen, ab wann er liefert. Diese Mail hebe ich auf, bis die Schlussrechnung des alten Anbieters da und kontrolliert ist.
Zählerstand am Stichtag
Am Wechseltag fotografiere ich den Zähler und schicke den Stand an Netzbetreiber, alten und neuen Anbieter. Das ist mein kleines Ritual, und es hat mir schon Ärger erspart.
FAQ
Häufige Fragen
Wie wechsle ich zu einem Ökostromtarif, und muss ich meinen alten Vertrag selbst kündigen?
Sie schließen den neuen Tarif online oder schriftlich ab und geben Zählernummer, Kundennummer, Jahresverbrauch und bisherigen Lieferanten an. Mit Ihrer Vollmacht kündigt der neue Anbieter den alten Vertrag und meldet Sie beim Netzbetreiber an. Selbst kündigen sollten Sie nur bei einem Sonderkündigungsrecht nach Preiserhöhung, rät die Verbraucherzentrale, weil nicht jeder neue Anbieter diesen Fall übernimmt.
Kann beim Wechsel zu Ökostrom der Strom ausfallen?
Nein. Leitungen und Zähler bleiben, nur der Lieferant ändert sich. Der technische Wechsel läuft beim Strom seit Juni 2025 werktags binnen 24 Stunden. Gibt es beim neuen Anbieter Probleme, beliefert Sie der örtliche Grundversorger ohne Unterbrechung weiter. Einen Techniker brauchen Sie für den Wechsel nicht. Für Sie ändert sich nur der Name auf der Rechnung.
Reicht es, beim bisherigen Anbieter in den Ökostromtarif zu wechseln?
Es ist der bequemste Weg, aber nicht immer der wirksamste. Das Umweltbundesamt rät, zu einem Lieferanten zu wechseln, der insgesamt viel erneuerbaren Strom anbietet. Ein Ökotarif ohne Label beim überwiegend fossilen Versorger bezahlt meist nur Nachweise bestehender Anlagen. Achten Sie beim Tarifwechsel im eigenen Haus außerdem auf die neue Laufzeit.
Welche Vertragsbedingungen sollte ich beim Ökostromtarif meiden, auch wenn der Preis verlockend ist?
Die Verbraucherzentrale warnt vor Vorkasse, weil das Geld bei einer Insolvenz verloren sein kann, und vor Strompaketen mit fester Abnahmemenge. Wählen Sie höchstens ein Jahr Laufzeit und höchstens einen Monat Kündigungsfrist. Seien Sie bei auffällig billigen Angeboten skeptisch und lesen Sie Erfahrungen anderer Kunden, bevor Sie unterschreiben.
Wird mein Strom durch den Wechsel zum Ökostromtarif teurer?
Meist kaum oder gar nicht. Herkunftsnachweise kosten nur einen Bruchteil eines Cents je Kilowattstunde, der Förderbeitrag bei Tarifen mit Label höchstens etwa einen Cent, rund 30 Euro im Jahr für einen Durchschnittshaushalt. Wer aus der Grundversorgung kommt, die im September 2026 im Schnitt bei knapp 43 ct/kWh lag, zahlt oft weniger als vorher.
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